Geschichte

Die ersten schriftlichen Quellen zu diesem Denkmal stammen aus dem Jahr 1382. Darin wird eine gotische Festung erwähnt, deren Besitzer Ahník und Ctirad aus Nemilkov waren. Die Festung diente der Verteidigung, der Landwirtschaft und der Unterbringung. Eine weitere bedeutende Persönlichkeit, die in Nemilkov residierte, war der böhmische Adlige Jan Bohuchval aus Hrádek, der Ende des 16. Jahrhunderts einen Teil der Festung zu einem Renaissance-Schloss mit einem Gutshof umbauen ließ. Nach der Schlacht am Weißen Berg (1620) erwarb der berüchtigte General Don Martin de Hoef-Huerta (Herr von Velhartice) das Anwesen zu einem günstigen Preis. Seitdem wechselten die Besitzer sehr schnell. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts kaufte die Familie Khuen aus Bellassa den Hof und führte barocke Umbauten durch.

Zeichnung des Schlosses aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Zeichnung des Schlosses aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Im Jahr 1798 kaufte Martin Bartoloměj Schreiner Nemilkov. Die Familie Schreiner war gebildet und fortschrittlich, obwohl sie aus bäuerlichen Verhältnissen stammte. Vier Generationen dieser Familie bewirtschafteten das Anwesen erfolgreich, und zwar nicht nur in der Landwirtschaft. Zum Anwesen gehörten auch eine Brauerei, eine Brennerei, eine Schmiede mit Sägewerk und ein Wasserkraftwerk. Sie bauten Straßen und beteiligten sich auch am Bau der Eisenbahn. Sie machten Nemilkov in ganz Europa mit speziellen Nadelbaumarten bekannt, die sie hier gezüchtet hatten. An das Schloss bauten sie einen klassizistischen Flügel an.

Der bekannteste Vertreter der Familie war zweifellos Gustav Schreiner – ein brillanter Jurist, Experte für Landwirtschaft, einflussreicher Abgeordneter des Reichstags und aktives Mitglied vieler „pro-deutscher“ Vereinigungen. Er verteidigte die deutsche Minderheit sowohl in Österreich-Ungarn als auch in der Tschechoslowakei.

Das Gegenteil war sein Sohn Georg, der keinen Unterschied zwischen den Völkern machte. Er liebte Geschichte und Kunst. Er entdeckte die reiche Geschichte des Schlosses und restaurierte es. Und mehr noch, er verschönerte das Schloss nach seinem Geschmack historisch. Alle seine Pläne hat er wohl nicht umgesetzt, denn gleich nach dem Krieg, im Jahr 1945, wurde er mit seiner ganzen Familie zur Vertreibung bestimmt.

Das Schloss zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Das Schloss zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Während der kommunistischen Diktatur wurde das gesamte Gelände von der örtlichen LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Im Schlossgebäude befanden sich teilweise Wohnungen und eine Zeit lang auch Büros des MNV (örtlicher Nationalausschuss). Ohne Instandhaltung begannen die Gebäude jedoch schnell zu verfallen. Die Landwirtschaft zog an einen anderen Ort um, und auf dem Gelände sammelten sich nach und nach verschiedene Materialien und Abfälle an. Die Familie Schreiner, die letzten privaten Eigentümer, waren deutscher Nationalität und hatten daher nach 1989 keinen Anspruch auf Restitution. Als die heutigen Eigentümer das Gelände 2016 kauften, war es verlassen und verwahrlost. Ihr Ziel ist es, ihm neues Leben einzuhauchen. Sie wollen die Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zugänglich machen und einen Ort für Kultur, Bildung, Erholung und Sport schaffen.

Das Schloss zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

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