Geschichten aus dem Schloss

David Kaplan David Kaplan

Die Renovierung des Tanzsaals beginnt

Im barocken Tanzsaal des Schlosses Nemilkov legen Restauratorinnen gerade die ursprünglichen Rosen frei, die unter Schichten neuerer Anstriche verborgen waren. Jeder, der sich an der Renovierung beteiligt, kann im Saal seine eigene Rose als bleibendes Zeichen seiner Unterstützung erhalten. Die Renovierung ist für die Öffentlichkeit zugänglich und wird am zweiten Samstag im Juli mit einem Konzert abgeschlossen.

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Anstatt das Dach zu streichen, läuft David durch Kanada

Der Amateurläufer David Kaplan hat sich auf 9 Marathons in 9 Tagen quer über Vancouver Island begeben, um Ärzte ohne Grenzen zu unterstützen. Jeder Kilometer seines Laufs symbolisiert konkrete Hilfe – für 240 CZK kann man einen Kilometer „adoptieren” und damit denjenigen helfen, die es am dringendsten brauchen. Das Ziel der Challenge „Až za hranice” (Bis über die Grenzen hinaus) ist es, 91.680 CZK zu sammeln und andere zu sinnvollen Taten zu inspirieren.

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Das Leben auf einem Schloss? Kein Zuckerschlecken, sondern harte Arbeit

Als Markéta und Michal Kaplan 2016 Prag verließen und ein verfallenes Schloss in Nemilkov kauften, ahnten sie nicht, dass sie damit eine Aufgabe für ihr ganzes Leben – vielleicht sogar für mehrere Generationen – übernommen hatten. Aus dem ehemaligen Kulturdenkmal, das mit Unkraut, Mäusenestern und einem Eternitdach überwuchert war, versuchen sie einen Ort voller Leben zu schaffen. Dank harter Arbeit, öffentlicher Unterstützung und Entschlossenheit erwacht das Schloss langsam zu neuem Leben.

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Von Prag nach Nemilkov aus Davids Sicht

Das Schloss Nemilkov wurde nicht nur zum Zuhause für meine Eltern, sondern auch zu einem Symbol des Mutes für unsere ganze Familie. Als jüngere Generation der Kaplans bewunderte ich ihre Entscheidung, alles hinter sich zu lassen, konnte sie aber auch nicht verstehen – Freude wechselte sich mit Angst und Unsicherheit ab. Heute weiß ich jedoch, dass es sich gelohnt hat. Sie haben ein sinnvolles Projekt, ein neues Zuhause und Glück gefunden, und ich habe einen Ort gefunden, an den ich gerne zurückkehre.

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Hygiene im Schloss unter spartanischen Bedingungen

In den ersten Monaten in Nemilkov haben wir uns mittelalterlich gewaschen – mit einem Eimer und einer Kanne vor dem Schloss, wo jedes Bad mit einer eiskalten Dusche endete. Es folgte eine „Duschkabine” mit Gartenschlauch, Baden im Bušek-Teich ohne Seife, und erst später richtete ein befreundeter Klempner ein provisorisches Badezimmer mit Boiler ein, allerdings in einem unbeheizten Raum. Heute haben wir auch eine richtige Toilette, aber sie steht im Winter immer noch auf Ziegelsteinen; die hygienischen Verhältnisse verbessern sich langsam, und es gibt immer noch einiges zu verbessern.

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Wie ein Schlossgarten (nicht) entsteht

Zu Beginn der Renovierungsarbeiten haben wir uns in Nemilkov jegliche Gartenarbeit verboten, da Blumen und Bäume nur Zeit kosten würden. Aber ein Korb mit Tulpenzwiebeln von meiner Nachbarin genügte, und mein Vorsatz war dahin. Trotz des mit Ziegeln, Glas und alten Schuhen übersäten Bodens pflanzten wir bis zum Frühjahr Dutzende von Fichten, Sträuchern, Kräutern, Gemüse und Blumen. Das Gießen im trockenen Pošumaví ist zwar ein Kampf, aber die Rettung des Schlosses sieht längst auch wie die Rettung des Gartens aus.

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Nägel, Ziegel und Asphalt

Nach dem Krieg fiel das Schloss Nemilkov an den Staat und diente als Nationalkomitee, Bibliothek und Kamillentrocknungsanlage, sodass die Konstruktion selbst erhalten blieb, aber das Erbe der sozialistischen Verwaltung ist unübersehbar. Die Türrahmen, Türen und Fenster sind mit zehn Zentimeter langen Nägeln übersät, in den Kellern und Dachböden liegen Haufen ungenutzter Ziegelsteine herum, und der mit Asphalt übergossene Hof hat sich um dreißig Zentimeter angehoben, sodass das Wasser gegen die Gebäude fließt. Jetzt stehen wir vor der Entscheidung, ob und wie wir den Hof in seinen Zustand aus dem 19. Jahrhundert zurückversetzen sollen.

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